08.04.2015 - DFL

DFL soll 300.000 € für einen Polizeieinsatz zahlen


Der Bremer Senat will der DFL den Polizeieinsatz beim Nord-Derby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV, das am 19. April stattfinden wird, in Rechnung stellen. Dies wird die erste Rechnung sein, die die Liga für einen Polizeieinsatz erhält.

Bei der DFL ist man nicht gewillt die Rechnung zu bezahlen und will vor Gericht ziehen. Dies kündigte der Ligaverband Im Juli 2014 an. 300.000 Euro stellt die Bremer Polizei der DFL in Rechnung. Eine Gesetzesänderung von November 2014 ermöglicht es, dass Veranstalter von Großveranstaltungen in Bremen für Polizeieinsätze zur Kasse gebeten werden, wenn über 5.000 Zuschauer eine gewinnorientierte Veranstaltung besuchen, bei der die Polizei mit Gewalttaten rechnet. Diese Bedingungen seien bei dem Nordderby im April erfüllt, so der Senat.

Das Nord-Derby wurde als Risikospiel eingestuft. Über 1.000 Polizisten sollen eingesetzt werden. (Faszination Fankurve, 08.04.2015)

Faszination Fankurve dokumentiert die Pressemitteilung des Bremer Senats:

Deutsche Fußball Liga soll im April ersten Gebührenbescheid erhalten
Polizei bewertet Begegnung HSV gegen Werder Bremer als Risikospiel
Die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) hat in diesen Tagen ein Schreiben von der Bremer Polizei erhalten. Darin wird die DFL darüber unterrichtet, dass sie als Veranstalterin des Fußballligaspiels Werder Bremen -Hamburger SV am 19. April im Weserstadion vermutlich erstmals einen Gebührenbescheid aus Bremen in Höhe von rund 300 000 Euro erhalten wird.

Das Nordderby ist von der Polizei Bremen als sogenanntes "Rotspiel" oder "Risikospiel" eingestuft worden. Die Sicherheitsbehörden gehen somit davon aus, dass es an diesem Spieltag "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine kommen wird und deutlich mehr Polizeikräfte im Einsatz sein werden (ca. 1000 insgesamt) als sonst üblich sind. "Wir rechnen mit einer hohen Zahl von Gästefans, in deren Reihen sich zahlreiche gewaltbereite Problemfans und Gewalttäter befinden werden", beschreibt der Senator für Inneres und Sport, Ulrich Mäurer, die Gefahrenprognose. Auf der anderen Seite sei auch mit Gewalttätern aus Teilen der Bremer Szene zu rechnen, die zuletzt durch Gewaltaktionen nach dem Spiel gegen den FC Augsburg aufgefallen war. Zwischen beiden Problemgruppen herrsche große Abneigung bis Feindschaft. Bei den vergangenen Begegnungen zwischen dem HSV und Werder Bremen konnten schwere Auseinandersetzungen nur durch starke Polizeipräsenz verhindert werden. Den drohenden Konfrontationen müsse von Anfang an entschieden begegnet werden, so Mäurer.

"Wir werden alles tun, damit das Nordderby in Bremen am 19. April friedlich über die Bühne geht und die Fans das Fußballspiel an diesem Tag genießen können", kündigte Mäurer an. Dazu brauche es jedoch deutlich mehr Polizistinnen und Polizisten als bei sogenannten Grün- oder Gelbspielen. Nach dem Gesetz zur Änderung des Bremischen Gebühren- und Beitragsgesetzes, das die Bürgerschaft im vergangenen Jahr verabschiedet hat und das am 8. November vergangenen Jahres in Kraft trat, müsse die Mehrkosten nun der Veranstalter tragen.

Die neue Gebühr wird demnach nur erhoben, wenn es sich um eine gewinnorientierte Veranstaltung handelt, an der voraussichtlich mehr als 5000 Menschen teilnehmen und bei der die Polizei mit Gewalttätigkeiten rechnet. "Diese drei Voraussetzungen sind am 19. April gegeben", betont Mäurer. Mit der Unterrichtung des DFL über die voraussichtliche Gebührenerhebung vollziehe Bremen nun nur, worüber die unterschiedlichsten Akteure im vergangenen Sommer monatelang diskutiert hätten. Die Deutsche Fußball Liga hatte unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne aus Bremen angekündigt, gegen einen Gebührenbescheid zu klagen. "Mäurer: Sollte es dabei bleiben, sehen wir dem gelassen entgegen." Im Gegensatz zur DFL finde die Kostenbeteiligung des Profifußballs in der Bevölkerung breite Unterstützung. "Umfragen haben ergeben, dass über 80 Prozent der Bevölkerung dafür sind, dass der Profifußball die Kosten ganz oder zum Teil übernehmen sollen", so Mäurer.






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